Inzwischen hatte ich mich in der Spielbank Baden-Baden als Spieler etabliert und mir eine gewisse Anerkennung verschafft. Nun wollte ich mehr. Deshalb fuhr ich nach Innsbruck, um dort an den Poker-Europameisterschaften teilzunehmen. Was den Gewinn anging, konnte ich mich nicht beschweren, aber nach den dortigen Regeln belegte ich einen der hinteren Plätze. Es gewann nämlich derjenige, der sich die meisten Pötte erspielte. Die Höhe des jeweiligen Potts war jedoch vollkommen irrelevant. Wer also nur einen Pott gewann, in dem 100 000 Schilling lagen, wäre trotzdem Letzter in dem Turnier geworden. Diese unselige Regelung wurde zum Glück bald wieder aufgegeben.
Im Dezember fuhr ich dann mit Lothar Landauer zu den „Master Classics of Poker“ nach Amsterdam. Lothar und ich waren damals meines Wissens die einzigen Pokerprofis in Deutschland. Deshalb wurden wir von dem Veranstalter auch persönlich eingeladen. In Holland lernte ich erstmals die Pokervariante Texas Hold’em kennen, und ich konnte auf Anhieb den achten Platz in dem Turnier belegen.
Im Übrigen verbrachte ich etwa 220 Tage in deutschen und österreichischen Casinos. Zum Jahresende konnte ich wieder einmal ein deutliches Plus auf meinem Bankkonto verzeichnen.
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