Endlich erwachsen

 

Auch in meinem Freundeskreis gab es inzwischen einen festen Spielerkreis. Wir trafen uns regelmäßig Donnerstag abends in einem Gasthaus in Schlaidorf und spielten von abends um zehn bis fünf Uhr morgens. Danach fuhren wir direkt zur Arbeit. Der nächste Tag war dementsprechend zäh. Ich fühlte mich gezwungen, jeden Freitag um 12 Uhr Feierabend zu machen, um den Schlaf nachzuholen.

Ansonsten war in dieser Zeit dasselbe für mich wichtig, was die meisten jungen Männer interessiert: Mädels und Mopeds. Mit den Mopeds verbindet sich auch eine Geschichte, die für mich geradezu traumatisch war. Meine Freunde Bernd und Dietmar wollten mit mir zusammen endlich einmal ein Casino besuchen. Also fuhren wir Freitag abends nach Baden-Baden und mieteten uns in einem Gasthof ein. Erwartungsfroh liefen wir am Abend die paar Minuten zum Casino hinüber. Ich hatte mich als Erster von uns angestellt, weil ich unbedingt der Erste sein wollte, der die Eintrittskarte in der Hand hielt.

Dann der Schock: Der freundliche Mann am Eingang sah mich nur wortlos an. Ich fragte ihn, ob alles in Ordnung sei, und er entgegnete, dass der Zutritt zum Casino erst ab 21 Jahren möglich ist. So wolle es das Gesetz. Wir standen ziemlich dumm da, und es blieb uns nichts Anderes übrig, als wieder zum Gasthof zurückzugehen und untereinander Karten zu spielen. So etwas geschieht eben, wenn man sich nicht gut genug informiert. Wir schworen uns, wiederzukommen, sobald wir das 21. Lebensjahr vollendet hatten.

Wie nahe Glück und Unglück beieinander liegen können, zeigte auch mein Gewinn bei einer Tombola. Ich war einer von zehn, die einen Flug nach Kairo inklusive Hotelkosten gewannen. Wir starteten an eine regnerischen Dezembertag und landeten bei sonnigen 21°. Es war großartig. Am folgenden Abend ging ich in das Casino des Hotels und spielte Roulette und Black Jack. Ein verhängnisvoller Fehler, und ich möchte nie wieder einen solchen Abend erleben.

 
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